
Seit dem Hochwasser vom Sommer 2005 wird im Kanton Luzern den Schutzwäldern entlang von Fliessgewässern vermehrt Beachtung geschenkt. Dies führte bei der Schutzwaldausscheidung zur Einführung der neuen Kategorie «Gerinnerelevanter Schutzwald (GRS)». Das Projekt «Nachhaltiger Schutzwald entlang von Fliessgewässern» (Nasef, 2006 - 2011) ermöglicht es, die bewaldeten Gerinneabschnitte mit Naturgefahrenrisiken für Menschen und Sachwerte zu erkennen, den Handlungsbedarf einheitlich zu bewerten, Prioritäten festzulegen und wo nötig Massnahmen zu ergreifen. Als Basis für die Bewertung und Umsetzung dient die Wegleitung «Nachhaltigkeit und Erfolgskontrolle im Schutzwald» (NaiS). Ziel ist die präventive Schutzwaldpflege entlang von Fliessgewässern und langfristig die Stabilisierung der Bacheinhänge.
Das Schutzwaldpflegeprojekt Nasef verfolgt folgende Ziele:
Schadensbewältigung UND –prävention
Identifikation der Naturgefahrenrisiken und Einteilung nach Beurteilungs- und Massnahmenpriorität
Waldbauliche Massnahmen gemäss anerkannten Vorgaben
Strikte Einhaltung der Arbeitssicherheit
Partizipation aller Betroffenen und Koordination
Die Gehölzpflege an den Fliessgewässern obliegt im Kanton Luzern den Anstössern, die Hoheit über den Gewässerunterhalt ist Sache der Gemeinden, für den Wasserbau ist der Kanton zuständig. Diese Aufgabenteilung wird jedoch insbesondere bei der sogenannten Wuhrpflicht (Gehölzpflege und Gewässerunterhalt) sehr unterschiedlich und oft ungenügend wahrgenommen, in bewaldeten Abschnitten zuweilen gar nicht. Das Projekt fokussiert einerseits auf die unmittelbaren Unterhaltsarbeiten, andererseits initiiert es durch den Einbezug der betroffenen Gemeinden und Waldeigentümer einen nachhaltigen Unterhalt der Schutzwälder. Mit dem „Best practice“-Ansatz werden die wuhrpflichtigen Gemeinden und die Waldeigentümer ins Boot geholt und für einen künftigen nachhaltigen Unterhalt unterstützt und sensibilisiert.
In einer ersten Projektphase wurde ein Überblick über die möglichen Objekte geschaffen. Die rund 350 gemeldeten Objekte wurden in Beurteilungsprioritäten (Schutzwirkung des Waldes, Potenzial der Einflussnahme durch waldbauliche Massnahmen, vorhandenes Gefahren- sowie Schadenpotenzial) unterteilt.
178 Objekte der ersten und zweiten Priorität werden im Rahmen des Projektes Nasef zwischen 2006 und 2011 bezüglich Handlungsbedarf genauer beurteilt und - wenn notwendig - Massnahmen definiert. Bei 25 Objekten sind bis zum heutigen Zeitpunkt (Stand Februar 2010) die Massnahmen umgesetzt, 25 weitere Objekte werden bis zum Frühling abgeschlossen.
Die Projektorganisation besteht aus einem strategischen Projektstab, bei welchem die beteiligten Dienststellen (lawa und vif), die Gemeinden sowie die Projektleitung (operative Leitung des Projekts) eingebunden sind. Die fachliche Planung und die Begleitung der Ausführung erfolgt durch die Revierförster. Die Gemeinden übernehmen als Trägerin der Wuhrpflicht die Bauherrschaft für die Umsetzung der Massnahmen. Sie leisten die Vorfinanzierung und pflegen den direkten Kontakt zu den Waldeigentümern.
| Silvio Covi | 041 228 62 09 | |
| Urs Felder | 041 485 88 61 | |
| Marcel Gigon | 041 228 62 10 |

