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17. 08. 2011 - Maiswurzelbohrer wieder aufgetaucht


Erstmals seit 2009 und 2003 taucht der westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera) im Kanton Luzern wieder auf, und zwar nahe der Autobahnraststätte Neuenkirch und auf der Knutwiler Höhe. Die kantonalen Pflanzenschutzdienste stellen jedes Jahr über 200 Fallen auf, hauptsächlich entlang von Verkehrsachsen und Flughäfen. Im Kanton Luzern stehen 17 Fallen. Auf der Alpennordseite wurden in der Schweiz 2011 erst in Erstfeld (UR), Schattdorf (UR), Altdorf (UR), Rothenburg (LU) und Knutwil (LU) einzelne Käfer gefangen.


Der westliche Maiswurzelbohrer ist ein gefährlicher Maisschädling vom nordamerikanischen Kontinent. Den Hauptschaden verursachen die Larven des Käfers, die an den Wurzeln der Maispflanze fressen. Bei starkem Befall entstehen auch Schäden durch die Käfer selber. Diese fressen die Narbenfäden der Maiskolben, was eine schlechte Befruchtung zur Folge hat. Besonders gravierend ist das Problem in Gebieten mit Mais-Monokulturen, weil die Larven für ihre Entwicklung vorwiegend auf Mais angewiesen sind.


Gemäss eidg. Pflanzenschutzverordnung gilt der Maiswurzelbohrer als Quarantäneschädling. Seine Bekämpfung ist in der Schweiz obligatorisch. Werden Käfer in Fallen gefangen, müssen Massnahmen in der Kernzone (5 km Radius um Befallsort) und Sicherheitszone (10 km Radius um Befallsort) verfügt werden.


Sowohl in der Kern- als auch in der Sicherheitszone darf 2012 nicht Mais auf Mais folgen. Aus der Kernzone darf bis 30. September 2011 kein Mais exportiert werden. Ausgenommen sind Siloballen und Trockenprodukte (Ganzpflanzenwürfel oder CCM-Würfel), die aber in einer Trocknungsanlage in der Kernzone oder Sicherheitszone hergestellt werden. Weitere Informationen finden Sie auf www.lawa.lu.ch.


Diese Bekämpfungsstrategie hat zum Ziel, erste Einschleppungen auszurotten und einer raschen Ausbreitung des Maiswurzelbohrers entgegen zu wirken. Immerhin konnte der Schädling in den Jahren 2003 und 2009 mit den gleichen Massnahmen an der Verbreitung gehindert werden.


Merkblatt Maiswurzelbohrer
Allgemeinverfügung Diabrotica
GIS-Karte Maiswurzelbohrer mit Kernzone und Sicherheitszone (hohe Auflösung)



Kontakt
Heinrich Hebeisen, Pflanzenschutz, Dienststelle Landwirtschaft und Wald
Tel. 041 925 10 42, Mobile: 079 377 04 20; heinrich.hebeisen@lu.ch